Die Antoniuskapelle zu Kottenborn

 

Koordinaten (lt.Schr.der Amstverwaltung Adenau v. 21.6.1967: Rechtswert (R): 2564050 und Hochwert (H):5580050

Kottenborn gehörte bis zur Franzosenzeit zur Kölner Erzdiözese und bildete bis 1802 eine Filiale der Pfarrei Kirmutscheid, die der Adenauer Johanniterkommende inkorporiert war. Wegen ihres weiten Weges zur Pfarrkirche gestatte der Komtur Johann von Monreal die Errichtung einer Kapelle, deren Schutzpatron der hl. Antonius der Einsiedler ist. Laut Urkunde vom 20.07.1403 durfte in ihr an den Festtagen nur ein von der Komturei bewilligter Priester mit Erlaubnis des Kirmutscheider Pfarrers die Messe lesen. Dafür erhielt der betreffende Geistliche 6 Malter Hafer sowie Abgaben von Neurodungen. 1657 standen dem Kirtmutscheider Pfarrer für 14tägige Messen jährlich 6 Malter Hafer zu, ferner 1 Malter Gesanghafer für Singmessen. Nach einer Jahreszahl 1525 in einem Schlußstein muß der spätgotische Chor in diesem Jahr erbaut worden sein, während das niedrige zweiachsige Schiff im 17. Jahrhundert errichtet wurde. In früheren Jahrhunderten wallfahrten viele am Festtag des hl. Antonius, aber auch während des ganzen Jahres nach Kottenborn, um durch die Fürbitte des Heiligen Hilfe bei Viehkrankheiten zu erlangen. Da sein Festtag (17. Januar) in die Zeit des Schweineschlachtens fiel, opferte man in der Kapelle einen Schweinskopf. Die Schweinsköpfe standen den Pfarrgeistlichen zu. Man konnte dieses fleischliche Opfer auch in ein Geldopfer umwandeln. Im damaligen Wert stand der Schweinskopf zu einem Taler. Neben dem Schutzpatron wurde auch der hl.Nikolaus sehr verehrt. Zeitweise waren Vikare an der Kapelle tätig, so von 1750 - 1793 Joh. Peter Schäfer, der besonders während der Fastenzeit in Müllenwirft aushalf; Joh. Josef Löhr, ab 1793 zeitweise Vikar in Kottenborn und zuletzt Jakob Wirz, der bis zu seinem Tode am 24.10.1828 daselbst Vikar war. Er war ehemaliger Franziskanerpater und lebte bis zur Auflösung des Adenauer Klosters Ölberg 1803 daselbst. Seinen Lebensunterhalt bezog Wirz aus den Ertägnissen einiger Kapellengrundstücke. Das Mittagessen erhielt er abwechselnd in den einzelnen Familien des Dorfes. Er erreichte ein Alter von 92 Jahren. Seine letzte Ruhestätte fand er vor der Stufe zum Chor der Kapelle. Im Laufe der Jahrhunderte fanden Visitationen statt, von denen einige Protokolle noch vorhanden sind. So wurden beispielsweise 1744 die Kottenborner zum pünktlichen Besuch der hl. Messe angehalten. Ansonsten war die Moral ganz gut. Seit dem Jahre 1802 gehört Kottenborn zur Adenauer Pfarrei. Wie die anderen Orte unserer Gegend bis 1824 für einige Zeit der Diözese Aachen zugehörig, liegt der Ort seitdem im Bistum Trier. 1826 erhielt die Kapelle ein neues Dach. Die Kapellengüter, die Gemeindeeigentum waren, wurden nach 1828 verpachtet.

1983/84 wurde die Kapelle von Grund auf restauriert und renoviert. Bei Beginn der Arbeiten legte man spätgotschische Fresken frei, die konserviert wurden. Sie sind überraschend schön und und auch kulturgeschichtlich bemerkenswert. Finanziert wurde alles vom Land, Kreis, Bistum sowie von der Gemeinde. 1984 erhielt das Gotteshaus eine 2. Glocke.

Von Herbst 1999 bis vorr.Herbst 2000 wird die Kapelle wiederum renoviert, der Aussenputz mußte teilerneuert werden, die Spitze des Glockenturms war morsch und wurde neu aufgebaut. Der Hahn blieb erhalten, wurde nur der neuen Spitze angepaßt und aufbereitet. Nun soll noch ein neuer Schlämmanstrich vorgenommen werden.

Die Seitenfenster wurden teilrenoviert, da die Balken morsch waren. Ferner wurde eine neue Blitzschutzanlage erstellt und die Dachrinnen, sowie die Verschieferung des Daches teilerneuert.

Vor der Kapelle befinden sich drei uralte Ulmen.