Chronik Kottenborn anläßlich der 800 Jahr Feier der Gemeinde und der 600 Jahr Feier der Kapelle im Jahr 2003

Kottenborn, in einer Urkunde (zum Kapellenbau) vom 20.07.1403 "Cottenbuyr" genannt, bedeutet soviel wie "Kottenbauer" = "Hüttenbauer" und erwies sich hiernach als Bezeichnung für den ersten Siedler des Ortes. Im Rahmen von Nachforschungen für die Chroniken in Herschbroich und der Pfarrei St. Johannes der Täufer in Adenau jedoch, stieß man auf die Abschrift einer Urkunde über den Bau einer Kapelle in Nürburg, worin der Hof Cottenborn bei Adenau erwähnt wird. Daher feiert man im Jahr 2003 die 800 Jahr Feier der Gemeinde und die 600 Jahr Feier der Kapelle Kottenborn. Solche Namensübertragungen früherer Hofbesitzer auf das spätere Dorf geschahen nicht selten. Wann jedoch der erste Siedlungshof entstand, aus dem sich das Dorf Kottenborn entwickelt hatte, ist ungewiß. Dieser Ort gehörte bis 1794 zum Schultheißenamt Adenau innerhalb des kurkölnischen Amtes Nürburg, der Kölner Kurfürst besaß die Oberhoheit. Die Bewohner des Amtes Nürburg verrichteten für die gleichnamige Burg verschiedene Dienstleistungen: So mußten sich die Kottenborner um die Nürburger Bohardswiese sorgen und für die Burg den Hafer schneiden. Die Fuhrleute erhielten ein paar "Mücken" genannte Brotportionen. Der Schultheiß gab die Termine für die Dienstleistungen bekannt. Daneben besaß die Adenauer Johanniterkomturei den großen Zehnt, nämlich den zehnten Teil von allem, was mit dem Pflug gewonnen wurde.Das belief sich jeweils nach Ertrag jährlich auf acht, neun und zehn Malter Hafer. Außerdem war jedes zehnte Lamm an die Komturei abzuliefern. (Lämmerzenhnt).

Seit alters her besaß die Gräfin von der Marck von Virneburg den Busch Selbach, mit dem sie Reinhard Beissel, Herrn zu Schmittheim, belehnt hatte. Seine Nachfolger verliehen diesen Busch wiederum weiter. Deshalb kam es im 17. Jahrhundert wegen der Benutzung dieses Distriktes zum Streit der Untervasallen mit den Bewohnern von Kottenborn. Bei einem Vergleich, den der Nürburger Oberamtmann Isell Friedrich Koist von Werß am 19. April 1665 in Nürburg siegelte, wurde den Kottenbornern das Mibnutzungsrecht eingeräumt. Damit die Untervasallen bei der Abzahlung der Grundpacht einige Erleichterungen hätten, erklärten sich die Kottenborner bereit, ihnen eineinhalb Malter Hafer zu geben.

1794 beseitigten französische Revolutionstruppen alle linksrheinischen alten Herrschaftsgebiete. Kottenborn gehörte nunmehr zur Mairie (Bürgermeisterei) und zum Kanton Adenau. In Napoleons Armeen mußten viele junge Rheinländer kämpfen wie beispielsweise der 1790 geborene Kottenborner Johann Hoffmann, der in den Schlachten gegen die Österreicher verwundet am 26. Juli 1809 in einem Wiener Hospital starb. Nach Napoleons Sturz kam Kottenborn zur preußischen Bürgermeisterei und zum Kreis Adenau. Ab 1813 gab es einige Jahre zwischen Kottenborn und Wimbach in den Distrikten Hatzerder Busch und Selbach Baustreitigkeiten. In einem Vergleich wurden die genannten Distrikte der Gemeinde Wimbach zuerkannt, der Goldbach bildete die Grenze zwischen den beiden Dörfern. Jedoch kam es 1817 zwischen den beiden Gemeinden wegen des Weidgangs erneut zum Streit, der bis 1847 dauerte. Die Kottenborner beriefen sich auf einen Vertrag von 1619, der ihnen alleine auf dem Gebiete rechts des Goldbaches das Weiderecht zuerkannte, die Wimbacher aber bestritten die Echtheit dieses Vertrages. Die Feldhüter beider Dörfer beschimpften sich gegenseitig. Es kam zu Prozessen bei den preußischen Gerichten in Koblenz, in denen in erster und zweiter Instanz die Gemeinde Kottenborn Recht erhielt. Die Grenzen des Distriktes Goldbach mußten genau umschrieben werden.

Im Jahr 1916 erhielt Kottenborn eine ausreichende Wasserversorgung durch Leonhard Baltes, Kottenborn; Heinrich Hilberath, Kottenborn und Gregor Romes, Wimbach.

Zwei alte Brunnen aus der damaligen Zeit können heute noch zur Bekämpfung von Brandausbrüchen genutzt werden.

Etwa 1923 erhielt die Ortsgemeinde elektrischen Strom.

Seit 1932 gehört der Ort zum Kreis Ahrweiler. Während des 2.Weltkrieges fielen in der Gemarkung Kottenborn Bomben, einige Flugzeuge stürzten ab.

1960/61 war die Flurzusammenlegung, Kottenborn erhielt eine Kanalisation sowie eine Teerstraße durch den Ort.

 

Schule: Das Visitationsprotokoll von 1830 erwähnt eine Schule, Lehrer war damals Ferdinand Krings aus Kerpen, ab Mitte des 19. Jahrhunderts gingen die Dorfkinder in die Wimbacher Schule. Seit der Reform 1972 besuchen alle Kinder die Adenauer Schulen.